Patchplan erstellen: Die komplette Anleitung für Audio- und DMX-Patchlisten

Wer in der Veranstaltungstechnik arbeitet, kennt das Problem: Dutzende Kabel, Multicores, Stageboxen und Kanäle müssen so organisiert werden, dass am Veranstaltungstag jeder – vom Tontechniker am Pult bis zum Helfer beim Aufbau – sofort weiß, welches Kabel wohin gehört. Ein gut strukturierter Patchplan (auch Patchliste genannt) ist dafür das zentrale Werkzeug. In diesem Guide erklären wir, was ein Patchplan ist, wie du ihn richtig aufbaust, welche Fehler du vermeiden solltest, und wie dir der kostenlose Cable Patch Manager von Stagetixx dabei hilft, in wenigen Minuten eine übersichtliche und fehlerfreie Patchliste zu erstellen.

Was ist ein Patchplan und wofür wird er gebraucht?

Ein Patchplan dokumentiert, welches Signal über welchen Kanal eines Multicores oder einer Stagebox läuft und wo es am anderen Ende ankommt – meist am Mischpult oder an einer Lichtsteuerung. Bei einer Audio-Patchliste bedeutet das konkret: Kanal 1 des Multicores ist das Gesangsmikrofon, Kanal 2 die Bassdrum, Kanal 3 die Snare, und so weiter. Bei einer DMX-Patchliste dokumentierst du entsprechend, welche Lichtquelle welche Startadresse im DMX-Universum bekommt.

Ohne einen klaren Patchplan verlässt man sich bei jedem Auf- und Abbau auf das Gedächtnis oder auf Zuruf-Kommunikation zwischen Bühne und Pult – eine Methode, die bei kleinen Konzerten mit vertrauten Leuten noch funktionieren mag, bei größeren Produktionen mit wechselndem Personal aber schnell zu Verwechslungen, verlorener Zeit und im schlimmsten Fall zu Ausfällen während der Show führt.

Die Bestandteile einer vollständigen Patchliste

Kanalnummer. Jeder Eintrag beginnt mit der Nummer des physischen Kanals am Multicore, an der Stagebox oder direkt am Pult.

Quelle beziehungsweise Instrument. Was wird über diesen Kanal übertragen – welches Mikrofon, welche DI-Box, welches Instrument?

Mikrofon- oder Geräte-Typ. Bei Audiokanälen ist es sinnvoll, direkt den verwendeten Mikrofontyp zu vermerken, damit bei einem Defekt sofort klar ist, welches Ersatzgerät benötigt wird.

Position auf der Bühne. Wo genau befindet sich die Quelle? Diese Information verknüpft die Patchliste direkt mit dem Bühnenplan und erleichtert die Fehlersuche, wenn ein Kanal keinen Ton liefert.

Zielkanal am Pult oder an der Lichtsteuerung. Gerade wenn die physische Kanalnummerierung am Multicore nicht eins zu eins der Kanalnummer am Pult entspricht, muss diese Zuordnung explizit dokumentiert werden.

Besonderheiten und Anmerkungen. Gibt es Phantomspeisung, spezielle Filtereinstellungen, oder andere technische Besonderheiten, die beachtet werden müssen? Diese Informationen gehören ebenfalls in die Liste, damit nichts vergessen wird.

Der Unterschied zwischen Audio-Patchlisten und DMX-Patchlisten

Bei Audio-Patchlisten geht es um die Signalführung von Mikrofonen und Instrumenten zum Mischpult. Hier ist die Anzahl der benötigten Kanäle meist begrenzt (typischerweise zwischen 8 und 48 Kanälen, je nach Produktionsgröße) und die Zuordnung relativ statisch über den gesamten Abend.

Bei DMX-Patchlisten für die Lichtsteuerung ist die Struktur etwas anders: Hier arbeitet man mit DMX-Universen, die jeweils 512 Adressen umfassen. Jedes Lichtgerät benötigt eine bestimmte Anzahl an aufeinanderfolgenden Adressen, abhängig von seinen Funktionen (Dimmer, Farbe, Pan, Tilt, Gobos et cetera). Eine gute DMX-Patchliste zeigt, welches Gerät welche Startadresse in welchem Universum hat, damit bei einer Fehlfunktion sofort klar ist, welches Gerät betroffen ist und wie es angesprochen wird.

Häufige Fehler beim Erstellen von Patchlisten

Keine einheitliche Nummerierungslogik. Wenn die Kanalnummern am Multicore nicht in einer nachvollziehbaren Reihenfolge zur Bühnenposition stehen (zum Beispiel von links nach rechts, oder nach Instrumentengruppen sortiert), wird die Fehlersuche bei einem Ausfall unnötig kompliziert.

Handschriftliche, unleserliche Listen. Gerade unter Zeitdruck beim Aufbau werden Patchlisten oft hastig mit Bleistift auf Papier notiert – was bei schlechten Lichtverhältnissen oder unter Stress schnell zu Fehlinterpretationen führt.

Fehlende Reserve-Kanäle einplanen. Wenn kurzfristig ein zusätzliches Mikrofon benötigt wird (zum Beispiel für einen spontanen Gastauftritt), sollte die Patchliste von vornherein ein bis zwei freie Reservekanäle vorsehen, statt die gesamte Liste am Veranstaltungstag umzustrukturieren.

Keine Version für alle Beteiligten. Wenn nur der Haupttechniker die aktuelle Patchliste kennt, aber der Helfer beim Bühnenaufbau eine veraltete Version verwendet, entstehen Fehler, die sich erst während des Soundchecks zeigen – zu einem Zeitpunkt, an dem die Zeit besonders knapp ist.

Patchplan erstellen mit dem Cable Patch Manager

Der Cable Patch Manager von Stagetixx wurde genau für diese Herausforderungen entwickelt. Du legst deine Kanäle an, ordnest ihnen Quellen, Mikrofontypen und Bühnenpositionen zu, und das Tool berechnet automatisch, wie viele Kanäle deines Multicores oder deiner Stagebox bereits belegt sind und wie viele noch frei sind. Das verhindert, dass du versehentlich mehr Kanäle einplanst, als deine Hardware tatsächlich zur Verfügung stellt.

Da alle Daten lokal in deinem Browser gespeichert werden, kannst du deine Patchliste jederzeit weiterbearbeiten, ohne dich irgendwo registrieren zu müssen, und sie am Ende als übersichtliches Dokument exportieren, das du an dein Team, den Veranstalter oder den Techniker vor Ort weitergibst.

Praxisbeispiel: Patchliste für ein Konzert mit fünfköpfiger Band

Stell dir eine Band mit Schlagzeug, Bass, zwei Gitarren und Gesang vor. Eine typische Patchliste könnte folgendermaßen aufgebaut sein: Kanäle 1 bis 6 sind dem Schlagzeug zugeordnet (Bassdrum, Snare oben, Snare unten, Hi-Hat, zwei Overheads für die Becken), Kanal 7 ist die DI-Box des Bassisten, Kanäle 8 und 9 sind die beiden Gitarren jeweils über DI-Box oder Amp-Mikrofonierung, Kanal 10 ist das Hauptgesangsmikrofon, Kanäle 11 und 12 sind Backing-Vocal-Mikrofone für die Gitarristen. Damit wären 12 von beispielsweise 24 verfügbaren Kanälen eines Multicores belegt, was noch ausreichend Reserve für spontane Änderungen oder zusätzliche Raummikrofone lässt.

Diese Struktur wird im Cable Patch Manager Schritt für Schritt angelegt, wobei das Tool automatisch anzeigt, wie viele Kanäle noch frei sind und ob es Überlappungen oder Doppelbelegungen gibt.

Patchpläne für DMX-Lichtsteuerung

Bei einer Lichtinstallation mit beispielsweise sechs Moving Heads, die jeweils 16 DMX-Kanäle benötigen (für Pan, Tilt, Dimmer, Farbmischung, Gobo-Rad et cetera), sowie zusätzlich zwölf PAR-Scheinwerfern mit jeweils vier Kanälen für RGBW-Farbmischung, würdest du in deiner Patchliste dokumentieren, welches Gerät welche Startadresse bekommt. Moving Head 1 könnte bei Adresse 1 starten, Moving Head 2 bei Adresse 17, und so weiter, während die PAR-Scheinwerfer in einem zweiten Block ab einer höheren Adresse folgen. Diese systematische Zuordnung verhindert Adresskonflikte, bei denen zwei Geräte versehentlich dieselben Kanäle beanspruchen und sich gegenseitig falsch ansteuern.

Tipps für die Zusammenarbeit mit fremden Locations und Verleihfirmen

Wenn du in einer fremden Location spielst oder Equipment von einer Verleihfirma nutzt, ist es besonders wichtig, deine Patchliste im Vorfeld mit dem dortigen Techniker abzustimmen. Frage nach der vorhandenen Kanalkapazität am Pult und an der Stagebox, und passe deine Planung entsprechend an, statt am Veranstaltungstag festzustellen, dass die Location weniger Kanäle zur Verfügung stellt, als du eingeplant hast.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Reservekanäle sollte ich einplanen?

Als Faustregel gelten ein bis zwei zusätzliche Audiokanäle für spontane Änderungen, bei größeren Produktionen entsprechend mehr.

Muss ich für jede Show eine neue Patchliste erstellen?

Wenn sich die Bandbesetzung oder das Equipment nicht ändert, kannst du eine bestehende Liste als Vorlage wiederverwenden und nur bei Bedarf anpassen.

Wie gehe ich mit Änderungen kurz vor der Show um?

Aktualisiere die Patchliste sofort und kommuniziere die Änderung klar an alle relevanten Personen – lieber eine kurze Durchsage zu viel als eine Verwechslung während des Soundchecks.

Kann ich mit dem Cable Patch Manager auch DMX-Adressen planen?

Der Fokus des Tools liegt auf klassischen Audio-Patchlisten mit automatischer Kanalberechnung; für die reine Adressplanung von Lichtgeräten empfiehlt sich eine ergänzende Dokumentation nach demselben Strukturprinzip.

Fazit

Ein sauberer Patchplan ist eines der unscheinbarsten, aber wichtigsten Werkzeuge in der Veranstaltungstechnik. Er spart Zeit beim Aufbau, verhindert Verwechslungen während der Show und sorgt dafür, dass auch fremdes Personal sich schnell zurechtfindet. Mit dem kostenlosen Cable Patch Manager von Stagetixx erstellst du in kurzer Zeit eine strukturierte, automatisch berechnete Patchliste, die du direkt exportieren und an dein Team weitergeben kannst – ganz ohne Anmeldung oder zusätzliche Software.

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